Alkoholgehalt:
Der Alkoholgehalt des Bieres hängt eng mit dem Stammwürzegehalt zusammen: Ein Viertel bis ein Drittel der Stammwürze wird durch die Gärung in Alkohol umgewandelt. So hat beispielsweise Pils bei einem Stammwürzegehalt von ca. 11% einen Alkoholgehalt von ca. 3,5 bis 4 Gewichtsprozent, das heisst, 4,4 bis 5,0 Vol.-% (Umrechnungsfaktor 1,26).
Alkoholfreie Biere:
Die Marke Clausthaler war nicht das erste alkoholfreie Bier, doch mit ihrem patentierten und streng gehüteten Brauverfahren hat die Binding Brauerei AG dem alkoholfreien Bier zum Siegeszug verholfen. Heute brauen alle namhaften Brauereien ihr eigenes alkoholfreies Bier. Alkoholfrei darf sich ein Bier bis zu einem Alkoholgehalt von 0,5 Vol.-% nennen.
Altbier:
Altbier ist ein Vollbier, das nach alter, das heisst obergäriger Art gebraut wird. Es ist Hopfenbetont, von dunkler Bernsteinfarbe und wird hauptsächlich in Düsseldorf und am Niederrhein getrunken.
Amylasen:
Enzyme, welche Stärke in Malzzucker umwandeln können. Sie werden bei der Keimung der Gerste gebildet und wirken bei der Würzeherstellung im Sudhaus.
Aromahopfen:
Damit sind die Hopfensorten gemeint, die das Bukett des Bieres bestimmen. Die bekanntesten Sorten sind Saazer, Hallertauer Mittelfrühe, Spalter Aromahopfen, Tettnanger, die englischen Sorten Fuggles (wird auch als Bitterhopfen verwendet) und Goldings. Aromahopfen werden immer am Ende des Kochens zugefügt, damit sich das Hopfenaroma nicht verflüchtigt.
Bier:
Das Bier ist ein Getränk, das durch alkoholische Gärung aus Hopfen, Hefe, Malz und Wasser entsteht. Für untergärige Biere darf nur Gerstenmalz, für obergärige darf auch Weizenmalz verwendet werden.
Bierarten:
Die einzelnen Bierarten werden grundsätzlich nach obergärigen und untergärigen Bieren unterschieden. Bei obergärigen Bieren setzt sich die Hefe nach der Gärung an der Oberfläche, bei untergärigen am Boden ab.
Bierausstoss:
Der Bierausstoss ist die Biermenge, welche insgesamt von einer Brauerei in einem Jahr gebraut wird. Im Zusammenhang mit dem stetig rückläufigen Bierkonsum ist auch der Ausstoss abnehmend.
Bierpflege:
Flaschenbier sollte man vor Sonnenlicht schützen, denn grelles Licht beeinträchtigt den Geschmack. Vor dem Konsumieren sollte auf das Verfalldatum sowie die korrekte Trinktemperatur geachtet werden. Biergläser müssen absolut fettfrei sein. Fett zerstört den Schaum und lässt das Bier schal werden. Die Gläser sorgfältig mit klarem Wasser spülen und nicht mit einem Küchenhandtuch trocknen.
Bierstil:
Die bekanntesten Bierstile (auch Biersorten genannt) in der Schweiz sind: Lager-, Spez- (Spezialbier), Weizen-, Zwickel- und Draftbiere. Weltweit existieren über 50 verschiedene Bierstile. Kriterien für die Beschreibung von Bierstilen sind: Bitter bis Süss, Ober- oder Untergärig und Hell bis Schwarz.
Bockbier:
Das Bockbier, auch Bock genannt, ist ein vollmundiges Starkbier mit rund 7% Alkohol. Die Farbpalette reicht von goldfarben über goldbraun bis braun. Bockbier ist ein Saisonprodukt, dessen Herstellung an bestimmte Jahreszeiten oder Anlässe gekoppelt ist. Daher die Namen wie Maibock oder Festbock (Weihnachten).
Brauereien:
Die Brauerei ist die Geburtsstätte des Bieres. Hier werden die edlen Rohstoffe durch die Kunst des Braumeisters zu perlendem Nass verarbeitet, gelagert und abgefüllt. Ende September 2000 bestanden als Mitgliedsbrauereien des Schweizerischen Bierbrauervereins (SBV), sowie als weitere Brauereien, darunter auch Gasthof-Brauereien, insgesamt 77 aktive Brauereien. Diese meldeten für das Braujahr 1999/2000 einen biersteuerpflichtigen Ausstoss.
Brauwasser:
Für die Produktion eines Hektoliters Bier (100 Liter) werden ca. 600 Liter Wasser benötigt. An dieses Wasser werden hohe Anforderungen gestellt. Es muss geschmacklich einwandfrei, geruchlos und klar sowie frei von bierschädlichen Organismen sein; Salze darf es nur in bestimmter Menge und Art enthalten. Die Qualität des Brauwassers ist mitentscheidend für die Güte eines Bieres.
Cervisia:
Die Römer benannten das Bier nach Ceres, der Göttin der Feldfrüchte, cervisia. Den Gerstensaft hatten sie auf ihren ausgedehnten Feldzügen nach Gallien, Ägypten und in den Vorderen Orient kennen- und schätzen gelernt.
Chili Bier:
Zumeist ein Lager, dem man beim Reifen Chili Schoten zufügt. Ein höllisch scharfer Vertreter ist das Chili Beer von Garcia Brewing aus New Mexiko.
Darren:
Das ist das schonende Trocknen der gekeimten Gerste bei Temperaturen über 70° C.
Doppelbock:
Ein besonders starkes Bier, das mit einer Stammwürze von mindestens 18% eingebraut wird.
Dampfbier:
Dieser Begriff geht auf die Einführung der Dampfmaschinen in den Brauereien zurück. Obergärige Biere, die mit Hilfe von Dampfmaschinen gebraut wurden, nannte man Dampfbier. Heute gibt es z.B. Maisels Dampfbier, dessen Name auf diese Tradition zurückgeht.
Dinkelbier:
Eine besondere Sorte, bei der ähnlich dem Weizen Dinkelmalz anstelle von Gestenmalz verwendet wird.
Dosenbier:
Bier wurde erstmals 1935 in den USA in Dosen abgefüllt. Dosenbier wird stabilisiert und/oder pasteurisiert, um eine bessere Haltbarkeit zu erzielen. Das Dosenbier hat einen Anteil an der Gesamtherstellung von etwa 2%.
Dry Beer:
Biertyp, der insbesondere in Japan und den USA sehr erfolgreich ist. Hat in der Regel einen kurzen und intensiven Geschmack, der von einem herb-würzigen Aroma begleitet wird. Biere dieser Art werden wie die Diätbiere hoch vergoren.
Dekoktion:
Bei diesem Maischverfahren werden zwei Behälter benötigt. Im ersten Behälter befindet sich die Hauptmaische, im zweiten Behälter, der sogenannten Maischpfanne, werden Teile der Hauptmaische auf eine definierte Temperatur erhitzt und der Hauptmaische wieder hinzugefügt. Dies wird inklusive Rastpausen so oft wiederholt, bis die Hauptmaische die gewünschte Temperatur von ca. 72° - 75°C hat.
Enkidu:
Enkidu war, laut einer Überlieferung der Sumerer (ein Volk aus dem heutigen Ägypten), ein zottiges, ungebärdiges Wesen, das in der Steppe lebte, mit den Gazellen Gras frass und zu den Wasserstellen zog, um dort gemeinsam mit ihnen zu trinken. Er war der Beschützer der Jagdtiere und zerstörte die Fallen der Menschen. Doch Mensch wurde er selber erst, als er Bier trank.
Ester:
Flüchtige Geschmackskomponenten im Bier, die bei der Gärung entstehen. Sie können einen fruchtigen oder würzigen Charakter haben. Sie sind dafür verantwortlich, dass insbesondere obergärige Biere nach Früchten schmecken können, obwohl keine hinzugegeben worden sind.
Extrakt:
Wertbestandteil, der sich aus einem Körper herauslösen lässt. Malzextrakt wird während des Maischeprozesses aus dem Malz gelöst. Dieser Malzextrakt bildet die Bierwürze.
Fass:
Bier schmeckt am besten frisch vom Fass. Vor dem Anzapfen ist es zweckmässig, einem Fass - idealerweise bei 6 bis 8° C gelagert - möglichst zwei Tage Ruhezeit zu gönnen.
Flaschengärung:
Bei Bieren mit Flaschengärung findet der letzte Teil des Gärprozesses durch Zugabe von Hefe in der Flasche statt. Bekanntester Vertreter dieses Typs ist das Hefeweissbier wie zum Beispiel das Erdinger Weissbier.
Fremdorganismen:
Bier ist ein Naturprodukt. Vor allem zu Beginn der Gärung ist die Würze anfällig für Wildhefen, verschiedene Bakterien und Pilze, weil diese unter gleichen Bedingungen gedeihen wie die Bierhefe. Solche Fremdorganismen können das Bier in Geschmack und Haltbarkeit erheblich schädigen oder gar verderben. Grosse Sorgfalt und Hygiene sowie die moderne Brautechnik können das verhindern.
Gärung:
Beim Gären verwandeln die Hefezellen den Malzzucker zu Alkohol und Kohlensäure. Das dauert sieben bis acht Tage.
Gerste:
Gerste ist nach dem Deutschen Reinheitsgebot einer der vier Bestandteile des Bieres. Zweizeilige Sommergerste ist wegen des niedrigen Eiweissgehaltes zum Brauen am besten geeignet. Sie wird durch Keimen und Darren in Malz umgewandelt und dann erst zum Brauen benutzt.
Geschmacksstabilität:
Die Eigenschaft eines Bieres, die beim Abfüllen vorhandene Qualität bis zum Verbrauch unverändert zu erhalten. Hauptsächliche Geschmacksveränderungen sind das Zerfallen der ursprünglichen Harmonie und ein Alterungston.
Gilgamesch:
So heisst der sagenhafte König, der in Uruk (im heutigen südlichen Irak) herrschte und dem das Gilgamesch-Epos gewidmet ist, das bislang älteste bekannte Sprachkunstwerk, noch im 3. Jahrtausend v. Chr. in die Keilschrift verfasst. Im Gilgamesch-Epos heisst es: "Iss Brot, das gehört zum Leben, trink Bier, wie es Brauch ist im Lande."
Grundstoffe:
Für die Erzeugung eines Hektoliter Vollbieres benötigt man im Durchschnitt: 17 kg Malz, 100 bis 300 g Hopfen, 0,5 l Hefe und 1,4 hl Wasser.
Hanfbier:
Mit Hanfblütenzusatz hergestelltes Bier. Eines der bekanntesten ist das "Wädi Bräu Hanf" der Schweizer Brauerei Wädi-Brau-Huus. Es enthält aber auch Hopfen und ist mit Hefe vergoren.
Hefe:
Hefe bewirkt die alkoholische Gärung und nimmt Einfluss auf Geschmack, Bekömmlichkeit und Haltbarkeit des Bieres. Die Wirkung der Hefe im Brauprozess ist erst seit ca. 300 Jahren bekannt, was erklärt, warum Hefe im Reinheitsgebot keine Beachtung findet. Beim Gärungsprozess spielte sie zweifellos immer die Hauptrolle, da sie den Malzextrakt zu gleichen Gewichtsteilen in Alkohol und CO2 umwandelt. Dabei entsteht noch etwas Wärme, weshalb die Gärgefässe eine Kühlung haben. Die Lagertanks im Lagerkeller haben einen Spundapparat (eine Art Überdruckventil) der 0.5 bar bei 0º C hält .Dadurch wird die Kohlensäure im Bier gebunden. Für Bierbrauer sind obergärige und untergärige Hefen aktuell.
Hefeweizen-Bier:
Hefeweizen, oder auch als naturtrübes Weizen bezeichnet, ist in Bayern der populärste Weizentyp. Hefeweizen entstehen auf unterschiedliche Art und Weise. Entweder macht das unfiltrierte Bier eine Nachreifung in der Flasche durch (früher immer so, braucht viel Sachverstand und Sorgfalt), oder das Bier wird wie ein Kris tallweizen filtriert oder zentrifugiert. Hier gibt es dann zwei Möglichkeiten, zu einem Hefeweizen zu kommen. Dem klaren Weizen wird neue Hefe (entweder ober- oder untergärig) zugesetzt das und mit 5% Würze sogenannte Speise = Anstellwürze aus der Pfanne versetzt, wobei das Bier dann in Nachgärung in der Flasche durchmacht. Je nach verwendetem Verfahren erhält man Hefeweizen mit unterschiedlichem Charakter und Geschmack.
Hefezelle:
Die Hefezelle ist ein einzelliger Spaltpilz . Für 1 hl Bier benötigt man ca. einen Liter Hefesuspension. Man erntet dann hinterher für die Weiterverwendung das 1 ½ bis 2 fache der Hefegabe. Überschusshefe wird entweder gepresst und verkauft, oder gibt Viehfutter. Bierhefe besitzt den ganzen Vitamin-B-Komplex und weitere wichtige Spurenelemente unter anderem Folsäure. Wichtig bei Schwangerschaften, denn sie verhindert Missbildungen bei Säuglingen: Offene Rücken.
Hopfen:
Als "Seele des Bieres" gibt der Hopfen dem Bier seinen herb- bitteren Geschmack, verleiht ihm Haltbarkeit und stabilisiert den Schaum. Das grösste zusammenhängende Hopfen-Anbaugebiet der Welt ist die Hallertau in Bayern. Hopfen wird in Aroma- und Bittersorten unterteilt. Dabei bestimmt der Anteil an Alpha-Säuren den Bitterstoffgehalt. Er liegt bei Aromasorten zwischen 3 und 6%, bei deutschen Bittersorten zwischen 6 und 9%.
Ice-Beer:
Bier, dem mittels ICE-RIFING (Gefrier-Verfahren) das Wasser entzogen wurde. In den USA in den letzten Jahren populär geworden, schwappt der Trend nach Europa. Durch die etwas dezentere Geschmacksintensität ist es vor allem bei den jungen Biertrinker sehr beliebt.
India Pale Ale:
Abgekürzt als IPA. Dies sind Pale Ales, die zur Zeit des britischen Empires für die lange Seereise extra stark gehopft und mit einer hohen Stammwürze gebraut wurden. So waren sie auch noch geniessbar, wenn sie in Indien ankamen. Die heutigen IPA's sind allerdings nicht mehr derart stark gehopft. IPA's werden mittlerweile auch in Amerika gebraut.
Inhaltsstoffe:
Im Bier sind Wasser, Kohlenhydrate, Eiweiss, Kohlensäure, Alkohol sowie verschiedene Mineralstoffe enthalten.
Irish Ale:
Obergäriger, irischer Biertyp. Malzbetont und mild im Geschmack mit der Ale-typischen Fruchtigkeit. Zumeist rötliche Farbe.
Jungbier:
So heisst die abgekühlte Würze, von dem Moment an, wo sie mit Hefe angestellt worden ist.
Kalorien:
Dass Bier einen hohen Kalorienanteil enthalten soll, ist falsch. Bier hat pro Liter, je nach Sorte, rund 450 kcal (=1870 kJ). Nur Mineralwasser, Kaffee (ohne Milch und Zucker) und Tee (ebenfalls ohne Milch, Zitrone oder Zucker) sind kalorienärmer. Im Vergleich dazu: Milch hat 600 Kalorien je Liter und Wein 700. Spirituosen haben etwa 3.000 Kalorien je Liter.
Klärmittel:
Zusatzstoffe zur Klärung des Bieres. Man unterscheidet zwischen chemisch wirkenden Mitteln (z.B. Tannin, Irish Moos, Hausenblase), die vom Reinheitsgebot nicht zugelassen sind und den technischen Mitteln (z. B. Aktivkohle), die keinen Einfluss auf das Bier hinterlassen. Letztere sind vom Reinheitsgebot erlaubt.
Zur Vorklärung kommen noch sehr feine Buchenholzspäne, die im Lagertank vorgelegt werden oder sogenannte Mammut- Biospäne, eine Art steriles Buchenholzsagmehl in Frage. Dieses Sagmehl wird mit Wasser angerührt und beim umpumpen zum Lagerkeller dem Bier zudosiert. Diese beiden letzten Verfahren sind bis auf wenige Ausnahmen antiquiert.
Klosterbier:
Deutschsprachige Bezeichnung für Biere, die in einem Kloster oder in einer von einem Kloster abstammenden Brauerei gebraut worden sind. Mittlerweile ist dies eine geschützte Bezeichnung. Die älteste Klosterbrauerei, die immer noch Bier braut, ist die Kloster-Brauerei Weltenburg (D), und das seit 1050. Früher hatte fast jedes Kloster eine eigene Brauerei.
In der Schweiz zählt das „Ittinger Klosterbräu“ der Brauerei Actienbrauerei Frauenfeld zu den bekanntesten Klosterbieren.
Kohlensäure:
Entsteht als Nebenprodukt bei der Gärung (Stoffwechselprodukt). Kann auch zusätzlich hinzugegeben werden.
Kölsch:
Das Kölsch ist ein hopfenbetontes, obergäriges Bier, welches ausschliesslich in Köln gebraut werden darf.
Lagerbier:
Untergäriges, blankes Vollbier von hellgelber Farbe mit 4,6 bis rund 5% Vol. Alkohol. Nicht so bitter, dafür malzaromatisch, teilweise ein wenig süss. Früher wurden als Lagerbiere - wie heute noch im englischsprachigen Raum - nahezu alle untergärigen Vollbiere bezeichnet. In vergangenen Jahrzehnten wenig beachtet, stehen helle Lagerbiere wieder hoch im Kurs. Der Name entstammt übrigens dem deutschen Wort Lagern, weil es vergleichsweise länger gelagert werden kann als andere Biere.
(Ab-)Läutern:
Wenn die Anforderungen des Maischens erfüllt sind, wird in den Läuterbottich abgemaischt. Hier werden die flüssigen von den festen Bestanteilen getrennt. Man gewinnt die Würze zum Hopfensud, die übriggebliebenen Treber ergeben Viehfutter. Der Läuterbottich ist rund und hat eine Aufhackmaschine mit Messern, die sichlangsam dreht und dabei den sich gebildeten Treberkuchen auflockert. Der Läuterbottich hat einen flachen Boden mit einem Siebsenkboden. Über dem Aufhacker hat es noch Heisswasserbrausen um noch möglichst viel Extrakt auszuschwemmen. Der Hopfen wird immer erst in der Pfanne zugegeben.
Leichtbiere:
Kalorienarme Biere, mit einem Alkoholgehalt zwischen 2 und 3,2% Vol. Während der Gärung wird entweder die Bildung von Alkohol gebremst oder der Alkohol wird nach dem Gärprozess entzogen. Leichtbiere haben einen rund 40% geringeren Brennwert und Alkoholgehalt als ihre vollbierigen Verwandten. Die ideale Trinktemperatur dieser Biere liegt bei rund 7 Grad Celsius im Gegensatz zu Lagerbieren, welche bei ca. 8°C konsumiert werden.
Linde, Carl von:
Carl von Linde erfand 1877 die Kältemaschine. Durch diese bahnbrechende Erfindung wurde das ganzjährige Brauen untergäriger Biere erheblich erleichtert. Die Brauer waren nun nicht mehr gezwungen, im Winter Natureis aufwändig einzulagern, damit sie für die warmen Monate Kühlmöglichkeiten hatten.
Magnus: Heiliger Schutzpatron der Hopfenbauern.
Maischen: Unter Maischen und Einmaischen versteht man das Mischen des geschroteten Braumalzes mit dem Brauwasser.
Malz:
Entsteht durch die besondere Behandlung der Braugerste in den Mälzereien. Die Braugerste wird im Wasser gequollen und zum Keimen gebracht. Nach einigen Tagen wird der Keimprozess beendet und das Malz gedarrt (getrocknet).
Malzbier:
Ein zumeist sehr alkoholarmes Bier mit einem Stammwürzegehalt von 12-13% ohne Hopfenzusatz. Teilweise auch mit Zuckerzusatz. Insgesamt süsslich schmeckend.
Met:
Vorläufer des Biers. Berauschendes germanisches Getränk, das durch Hefegärung aus Honig, Wasser und Gewürzen entstand. Diese Sorte gibt es auch auf Bierbasis. Hier wird vor dem Gär- und Reifeprozess Honig mit hinzugefügt, wobei dieser komplett vergoren wird. Deswegen schmeckt dieser Met dann auch nicht süss.
Nachgärung:
Die restlichen Extraktstoffe werden im Lagertrank unter Druck vergoren. Dabei reichert sich das Bier mit Kohlensäure an.
Nährwert:
Der im Bier enthaltene Alkohol liefert Kalorien und beeinflusst die Aufnahme anderer Nährstoffe. Der Energiewert von Alkohol beträgt 7 kcal/g. Drei Stangen Lagerbier (ungefähr 45 g Alkohol) enthalten soviel Kalorien wie 80 g Zucker. Drei Gläser Erfrischungsgetränk, z.B. Cola, enthalten soviel Kalorien wie 100 g Zucker. Das ist in etwa viermal soviel wie eine Stange Bier.
Naturtrüb:
Ungefiltertes, also in seiner Farbe leicht trübes, Bier besitzt einen höheren Anteil an wertvollen Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen.
Obergärig:
Mit obergäriger Hefe hergestellte Biere sind z.B. Weiss- und Roggenbier. Die Gärung erfolgt bei etwa 15-20 Grad Celsius. Die Hefezellen steigen nach der Gärung an die Bieroberfläche.
PH-Wert:
Begriff zur Kennzeichnung des Säure- bzw. Alkalitätsgrades einer Lösung. Bei einem pH-Wert unter 7 ist die Flüssigkeit sauer, bei einem Wert über 7 alkalisch.
Pils:
Sortenbezeichnung für ein helles Vollbier mit kräftigem Hopfengeschmack und einem Stammwürzegehalt von 11,5 %. Pils wurde ursprünglich nur in der Gegend um die Stadt Pilsen (heutige Tschechische Republik) gebraut.
Radler:
Radler ist eine in Österreich verbreitete Bezeichnung für ein Mischgetränk aus Bier und Limonade. Bei uns als Panaché bezeichnet.
Reinheit:
Die Reinheit von Geruch und Geschmack kann nur durch eine sensorische Prüfung festgestellt werden. Sie muss typisch für die jeweilige Biersorte sein und darf keinerlei Fehler aufweisen.
Reinheisgebot:
1487 wurde die erste bis heute noch gültige Lebensmittel-Vorschrift der Welt verabschiedet: Das Münchner Reinheitsgebot. Etwas später, 1516, folgte dann die Bekräftigung durch das bayerische Reinheitsgebot, das bis heute noch Gültigkeit besitzt. Es wurde 1516 von Herzog Wilhelm IV. von Bayern erlassen und besagt, dass Bier ausschliesslich aus Gerste, Hopfen und Wasser gebraut werden darf.
Zusätzlich wird Hefe verwendet, deren Wirkung man damals nicht kannte. Man verliess sich auf die natürlichen Hefen, die in der Luft enthalten sind und sich in den Ritzen der Gärgefässe befanden.
Rezenz:
Begriff für den frischen Geschmack eines Bieres. Kohlensäuregehalt und pH-Wert spielen dabei eine wichtige Rolle.
Sauerstoff:
Die Aufnahme von Sauerstoff muss beim Bier nach der Gärung so gering wie möglich gehalten werden, da Bier sonst viel schneller altert und verdirbt.
Schaum:
Die Schaumkrone entsteht durch Kohlensäure, die sich beim Einschenken entbindet. Diese bläst sich, unter Mitwirkung von Hopfen und Eiweiss, wie ein elastisches Häutchen auf.
Schlankbier:
Biergattung, bei der die Stammwürze 7-10,99% beträgt. Nach dem Gären liegt der Alkoholgehalt etwa ein Drittel niedriger als bei Vollbier.
Stärke:
Alle Getreidesorten enthalten Stärke. Unter günstigen Bedingungen wird die Stärke mittels Enzymen zu vergärbarem Zucker abgebaut.
Stammwürzegehalt:
Der Extraktgehalt der Würze, bzw. der darin gelösten Stoffe wie Zucker, Eiweiß und Bitterstoffe. Bezogen auf Gewichtsprozent bilden sich aus der Stammwürze durch Vergärung ca. je ein Drittel Alkohol, Kohlensäure und Restextrakt.
Starkbier:
Auch Bockbier genannt sind dunkle oder helle Biere, die einen Stammwürzgehalt von mindestens 16% haben. Der Alkoholgehalt beträgt zwischen 5 und 10% vol.
Sudhaus:
Es ist das Herz jeder Brauerei. Hier befinden sich die Gefässe für die Würzeherstellung: Maischbottich, Läuterbottich, Sud- oder Würzepfanne.
Treber:
Als Treber bezeichnet man die Malzrückstände (Spelzen), die nach dem Abfliessen der Würze im Läuterbottich verbleiben. Sie werden als nahrhaftes Futter in der Viehhaltung verwendet.
Trinktemperatur:
Die ideale Trinktemperatur für Bier liegt zwischen sieben und neun Grad Celsius. Bier sollte weder zu rasch erwärmt noch abgekühlt werden - das beeinträchtigt den Geschmack.
Trübung:
Trüb kann ein Bier werden durch Fehler bei der Herstellung, Unsauberkeit oder falsche Behandlung beim Kunden. Ursachen sind Hefen, Bakterien, Bierwürzebestandteile, Eiweissstoffe. Trübungsbildend ist auch zu kalte Lagerung, z.B. im Tiefkühlschrank. Naturtrübe Biere, wie zum Beispiel das Eichhof Klosterbräu, sind jedoch eine Spezialität.
Tulpe:
Eine Tulpe ist nicht nur eine Blume, sondern auch eine Glasform, bei der sich der Querschnitt nach oben verjüngt. Eine Tulpe enthält zwischen 0,2 und 0,5 Liter Bier.
Untergärig:
Biere, die mit untergäriger Hefe hergestellt sind. Da der Gärungsprozss bei Temperaturen von 4 bis 9 Grad Celsius erfolgen muss, konnte eine ganzjährige Herstellung untergäriger Biere erst seit der Erfindung der Kältemaschine 1876 erfolgen. Früher war diese Brauart auf die Wintermonate beschränkt.
Verzuckern:
Umwandlung der Malzstärke in Zucker durch Enzyme bei etwa 63-75 Grad.
Vitamine:
Vitamine sind im Bier reichlich vorhanden, vor allem Vitamin B. Ein Liter Vollbier hat zum Beispiel einen durchschnittlichen Vitamingehalt von: Ca.0,04 mg Vitamin B1, 0,3 bis 0,4 mg Vitamin B2, 0,47 bis 0,82 mg Vitamin B6, 0,5 mg Biotin, 6,3 bis 8,8 mg Nikotinsäure, 0,8 mg Folsäure und 0,9 bis 1,1 mg Pantothensäure.
Vollbier:
Vollbier hat einen Stammwürzegehalt zwischen 11 und 16 %. Die Mehrheit aller gebreuten Biere gehören dieser Gattung an.
Vollmundigkeit:
Harmonie des Geschmackseindruckes eines Bieres, stark abhängig von der jeweiligen Sorte.
Weissbier:
Weissbier ist ein obergäriges Bier. Zum Brauen wird neben Gerstenmalz auch Weizenmalz (mind. 50%) verwendet.
Für Ungeübte wird das Einschänken von Weissbier schnell zum feuchten Vergnügen. So gelingt es am Besten:
Ein sauberes Weissbierglas wird mit kaltem, klaren Wasser gut ausgespült. Langsam das Bier aus der Flasche in das Glas laufen lassen. Schäumt das Weizenbier zu stark auf, unterbrechen Sie, und lassen den Schaum etwas in sich zusammenfallen. Zum Schluss das Bier senkrecht in das Glas schenken - Prost! Je nach Geschmack kann auch der vitaminhaltige Heferest vom Flaschenboden aufgeschüttelt und ins Glas gegeben werden.
Würze:
Aus Malz gewonnene, lösliche Bestandteile werden mit dem Hopfen in der Würzepfanne gekocht. Damit wird die Keimfreiheit erzielt und der vorgesehene Stammwürzegehalt erreicht. Die Würze bestimmt die Charakteristik des Bieres.
Zwickelbier:
Das Zwickel ist ein Bier, rein naturbelassen, aus dem die natürlichen Trübstoffe, Hefe und Eiweiss, nicht herausgefiltert wurden. Der Name kommt vom Abzwickeln, bei dem der Braumeister am Zwicklhahn Bier aus den Lagertanks entnimmt, um die Qualität des Bieres zu überprüfen. Die Trübung ist, wie schon gesagt, rein natürlichen Ursprungs und wird von schwebenden Eiweiss- und Hefeteilchen hervorgerufen. Für die Zwicklliebhaber wird das Zwickel direkt aus den Lagertanks abgefüllt. Ein Genuss, den sich Bierkenner nicht entgehen lassen sollten.